Stanzomat - Gummis Lochen mittels einer Bindemaschine

Hier entsteht (mit Eurer Hilfe) eine Dokumentation des Stanzomats, den ich gerade erstmals zum kontinuierlichen Stanzen gebracht habe:

:warning: In Arbeit

Aufgabestellung

Die von uns ausgegebenen Visiere brauchen ein Spannelement.
Im Prinzip sind sie zur Nutzung mit Lochgummis entworfen. Allerdings haben Krankenhäuser hygienische Bedenken beim Einsatz von mit Garn umsponnenen Gummis. Diese sind nicht durch Wischdesinfektion sterilisierbar.
Andere Materialien sind, falls sie überhaupt in Gurt-Form bestellbar sind, ohne Löcher.
So enstand der Wunsch nach einer Maschine, die diese Löcher ohne viel Betreuungsaufwand in die Gummis stanzen kann.

Konzept

Nehme etwas, was schon dafür gebaut ist zuverlässig Löcher zu machen und führe einen Gurt durch.
Die Wahl fiel schnell auf eine Bindemaschine. Diese sind ab und zu günstig bei Ebay zu kaufen (es gibt aber auch bezahlbare neue).

Details

Schneidemechanismus

Der Mechanismus zum Abschneiden des Gummibands (Ast-Schere) wird über einen Bowden-Zug mit dem Hebel zum Senken des Stanzwerkzeugs verbunden.
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Die Schiene über der Schere war der erste Versuch, diese mit der nötigen Vorspannung zum Schneiden von Gummi zu versehen. Zur Zeit ist dies eleganter durch ein am anderen Ende des Hebels montiertes Kugellager gelöst, das auf dem die Schere haltenden Brettchen läuft.

Auslöse-Schaltung

Die Schaltung zum Auslösen eines Stanzvorgangs wird mit Hilfe eines kleinen Schaltrelais fernsteuerbar. Die Steuerspannung (in dem Fall 24V) bleibt damit galvanisch von der Betriebsspannung (230V AC) getrennt.
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Im rechten Bild ist der Anschluss-Stecker (wiederverwendete RJ45-Buchse) erkennbar. An der Durchführung durch das Maschinengehäuse wurden die Drähte mit Schrumpfschlauch zusätzlich gegen Durchscheuern geschützt. Im oberen Teil versteckt sich unter dem roten Schrumpfschlauch eine Diode als Verpol-Schutz (das Relais ist ein gepoltes Exemplar mit verringertem Energiebedarf).

Zusätzlich wurde die Anschluss-Leitung der Stanz-Maschine durch den Netzfilter eines ausgemusterten größeren Kopiergeräts geschleift - dadurch landen beim Anziehen des Stanzmechanismus deutlich weniger Störungen im Netz, was die Peripherie in der Umgebung mit wesentlich stabilerem Verhalten und daher deutlich weniger Störungen dankt. [ACHTUNG!! - letzteres ist nichts für jemanden, der nicht absolut sicher und fachgerecht mit 230V AC umgehen kann.] Ohne diese Maßnahme brach zum Beispiel die USB-Verbindung zwischen Laptop und Controllerboard sehr häufig ab.

Einzug

Beim Einlauf in die Stanzmaschine hilft es, das Gummiband mit einer einstellbaren Vorspannung in die Maschine laufen zu lassen. Die Vorspannung lässt sich über den Strom am, gegen die Drehrichtung mitlaufenden, Gleichstrommotor gut einstellen.
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Wir haben auf Hinweis von @toka ebenfalls eine gebrauchte ibico Stanzmaschine gekauft und sind derzeit dabei, die automatisierte Lochung und Ablängung der Gummibänder zu entwickeln.

Außerdem habe ich in den vergangenen Tagen mehrere Proben von verschiedenen Gummibändern erhalten, mit denen ich Tests zur Verarbeitung in der Stanzmaschine gemacht habe. Hier dazu ein vorläufiger Überblick:

Ich habe 4 verschiedene Gummibänder getestet, siehe nachfolgendes Foto.

Bild

  1. WEISS: Breite 12 mm, Dicke 1,00 mm, Elastizität mittel

  2. HELLGRAU: Breite 15 mm, Dicke 1,15 mm, Elastizität fest

  3. DUNKELGRAU: Breite 17 mm, Dicke 0,75 mm, Elastizität weich

  4. SCHWARZ: Breite 10,7 mm, Dicke 1,80 mm, Elastizität mittel

Die Bänder 1 und 2 lassen sich sehr gut und zuverlässig stanzen. Die Löcher sind sauber und die Stanzreste werden zuverlässig abgetrennt und ausgeworfen. Die Löcher werden mit der größten Tiefeneinstellung „4“ an der Maschine im Band 1 genau mittig gestanzt, in Band 2 aufgrund der etwas größeren Breite mehr nicht ganz mittig, aber noch akzeptabel.
Mit den Bändern 3 und 4 gibt es Probleme. Aufgrund des sehr dünnen und zudem sehr elastischen Materials werden bei Band 3 die Löcher nicht sauber gestanzt und fransen etwas aus. Zudem bleiben die Stanzreste gerne am Band hängen, was zum Stau beim Weitertransport führt. Außerdem ist das Band so breit, dass die Löcher nicht mehr mittig gestanzt werden. Beim sehr dicken Gummiband 4 kommt es zum gleichen Fehlerbild. Hier hat sich das Band mehrfach völlig in der Maschine verklemmt, dazu genügt schon ein einziger nicht sauber abgetrennter Stanzrest.

Fazit: Für die Bearbeitung in einer ibico-Bindemaschine eignen sich am besten Gummibänder mit einer maximalen Breite von 15mm, einer Dicke zwischen 1,0 bis 1,2 mm und einer eher mittleren bis festen Elastizität.

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